Donnerstag, 8. April 2010

Costa Brava -Ultimate in Llorett de Mar










Nico:
"Nimm auf keinen Fall deine Sandsocks mit, die sind nach 2 Spielen kaputt...am besten du nimmst 10 Paar normale, alte Socken mit, die du nach jedem Spiel wechselst."

Elli:
"ich hab mir diese Schuhe hier bei Decathlon gekauft...9€...haben ne feste Sohle und sollten das Wochenende überstehen"

In diese Schuhe hab ich investiert, aber ebenfalls noch alte Socken mitgenommen...nur zur Sicherheit.
Die anderen hatten zur Hälfte ihre Sandsocks dabei oder ebenso solche Schuhe...Parker hat nicht mitbekommen, dass wir im Kies spielen und ist somit ehrenvoller Zerstörer meiner alten Socken geworden.

Ein Ausgleich zum gewöhnungsbedürftigen Sand-Kies-Strand ist das Preis-Leistungsverhätnis.
Zwar klingen 100€ für einen deutschen Ultimate-Spieler erstmal nicht wenig, aber folgendes ist enthalten:
- 3 Hotelübernachtungen in Hotels direkt an den Feldern
- Vollverpflegung mit Frühstücks- und Abendbuffet...Mittags gibt's ne große Teamkiste mit vielen leckeren Dingen drin.
- Wasser (natürlich)
- 3 Partys
- Begrüßungsgetränk

Wenn man sich früh genug um Flüge kümmert ist es auch für ein deutsches Team interessant.
(Heidees, die den Zaunpfahl im letzten Satz nicht bemerkt haben müssen blind sein)



Das Team bestand aus 18 Spielern...zu viele?
So haben sie sich auf die Tage verteilt:

Samstag + Sonntag + Montag:
Eva, Chiarra, Suvi, Mary Jo, Elli, Jens

Samstag + Sonntag:
Xenia, Jacobo, Parker, Josh, Gerard

Samstag + Montag:
Nico

Sonntag:
Annis, Matti

Montag:
Girish


Wir hatten insgesamt 9 Spiele, 4 am Samstag, 3 am Sonntag und Montag nochmal 2.

Die Bravas haben alle Spiele gewonnen!(wenn man die ersten jeden Tages nicht mitzählt).

SAMSTAG

Bravas 6 - 9 Mokum
Gegen das Amsterdamer Team lief es nicht rund.
Wir mussten uns an den Untergrund und die Mitspieler gewöhnen.
Viele Wurffehlentscheidungen, aber auch das besser eingespielte Team aus den Niederlanden haben das Spiel bestimmt.

Bravas 8 - 6 ooups
Da ich mir das vorherige Spiel von ooups (aus Saarbrücken)teilweise angeschaut hatte, ging ich mit ein wenig Schiss in dieses Spiel. Irgendwann hatte ooups nämlich mit 5-0 geführt.
Nicht so in unserem Spiel. Für mich hat es sich die ganze Zeit knapp, aber doch deutlich für Ooups angefühlt. Als ich mit eher betretenerer Miene in den Kreis stapfte, meinten meine Mitspieler, dass ich reden sollte, da ich ein paar der ooupsianer wenigstens vom sehen kannte und eben auch Deutsch ganz gut spreche.
Ich fing also in dem Glauben -dass wir verloren haben- an das knappe Spiel, uns und ooups zu loben und bedankte mich artig für die Partie. Erst auf Deutsch, dann auf Englisch.
Zwischendurch rief Parker öfters "you scared the crap out of us" rein...in meinem Kopf arbeitete es...als die Saarbrücker anfingen und von ihrer Niederlage redeten, dämmerte mir, dass ich etwas falsch verstanden hatte.

Bravas 9 - 4 Frisbillanas

Das bemerkenswerte an diesem Spiel war nicht das Spiel selber, sondern das Feld Nummer 1, auf dem wir noch 3 weitere Male Bergsteigen durften.
Wenn man in die eine Endzone laufen wollte, musste man kurz vorher ca. 3 Höhenmeter auf 10 Meter Strecke zurücklegen. Das stellte nicht nur den Läufer, sondern vorallem auch den Werfer vor Schwierigkeiten, die mit vielen Turnovers bestraft wurden.

Bravas 12 - 3 Ré Flying Oysters

Ein klares Spiel gegen die Franzosen...wahrscheinlich, da es wiederum auf Feld 1 stattfand und wir uns dort nun auskannten. Vielleicht aber auch, da einige am nächsten Tag nicht mehr da waren und so beim letzten Spiel des Tages wirklich alles geben konnten.
Im Spiritcircle wurde unsere Crema Catalana herumgereicht, wobei ich herausgefunden habe, dass diese ganz schön gut schmeckt und, dass man die Flsche nicht mit links annehmen darf um dann mit rechts zu trinken. Das wurde direkt mit einem Wort (an welches ich mich nicht mehr erinnere) aus allen französischen Mündern kommentiert.

Schwimmen war das anschließende "reinlaufen und schreien"-"5 Sekunden planschen und schreien"-rauslaufen und nicht schreien"-"versuchen die feigen nicht-Schwimmer nass zu machen, welche dann schreiten" nicht. Parker hat sich beim letzten Part mit mir Roger vorgenommen. Als wir ihn von beiden Seiten in die nassen Arme nahmen bemerkten wir, dass er eine Regenjacke trug. Doch zu schlau für uns!

Die Party war, bis auf die Freestyle-Einlage des Spanischen Meisters, nicht besonders aufregend. Der Typ hat echt mal richtig viel spin und akrobatisch ist er auch. Habe aber von Veteranen gehört, dass so eine Freestyle-Show beim 3.Mal zum Gähnen ist.

SONNTAG
Der Sonntag fing gut(oder besser)spät an. Das erste Spiel gegen Guayota startete nämlich erst um 11:30. Einige nutzten die Gelegenheit um sich nach dem Frühstücksbuffet nochmal eine Stunde um die Matratzenhorcherei zu kümmern, da uns in der Nacht durch die Zeitumstellung eine Stunde entwendet wurde.

Bravas 4 - 13 Guayota
Das Ergebnis sagt die Wahrheit. Das Spiel war nie knapp und die anderen deutlich besser. Ob es so deutlich ausgefallen wäre, wenn Nico noch dagewesen, wir schon besser mit Suvis Finnischen Freunden Matti und Annis eingespielt gewesen oder einfach nicht so viele unserer Scheiben im Sand gelandet wären lässt sich bezweifeln, die Niederlage nicht.
Guayota hat übrigens im Finale gegen Corocotta verloren.

Bravas 11 - 5 XLR8RS

Feld 1, da sind wir zuhaus, da kennen wir uns aus!
Alles lief gut, die Brüsseller machten Fehler, welche wir konsequent in Punkte verwandelten. Annis und Matti haben sich in/mit diesem Spiel an die Bravas gewöhnt.


Bravas 7 - 5 Gentle

Zu Beginn kamen ein paar besoffene Englische Teenies und wollten mitspielen. Die Scheibe wurde kurz geklaut, Suvi wurde besprungen und als Australisches Team haben sie uns auch betitelt. Das ganze war aber dann bei Spielbeginn schnell vorbei, da wir sie einfach ignorierten.
Das Spiel selber war knapp und voller langer Punkte. Vielleicht das beste Spiel des Turniers. Bei 6 - 5 war die Zeit vorbei, also sollte es bis 7 gehen.
Es sah stark nach dem 6-6 aus als es einen sehr schönen Pass auf einen äußerst freien Spieler gab. Irgendwas muss den äußerst freien Spieler an der Scheibe gestört haben...er hat sie nämlich nicht festhalten wollen und anschließend lange gezetert.
An den Punkt zum 7-6 kann ich mich nicht mehr erinnern. Die Freude danach war auf jeden Fall groß, da wir durch diesen Sieg auch noch Chancen auf Platz 5 hatten.


Das Thema der Kostümparty am Sonntag stieß nicht auf Begeisterung in unseren Reihen. Was sollte man auch mit dem Thema "Erotik" anfangen?
Schon zuvor waren die meisten Orga-Mails nicht über die Teamzusammensetzung, sondern über das Verkleidungsproblem. Elli hat es irgendwann in die Hand genommen, konnte aber doch nicht alle zu Moulin-Rouge-mäßiger Erotik überreden.
Selbst kurz vor der Party musste noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden...bei allen hat es nicht geklappt.

Ich hab z.B. das hier angezogen. Warum? Weil ich keinen Pimp-Anzug habe und ihn mir derzeit nicht leisten kann. Da ist so ein Girlie-Top in Größe s(für 4€) und die geliehene pinke Brille von der Preis-Leistung einfach unschlagbar:)
Die anderen Teams waren Zahlenmäßig auf der Party stärker vertreten. Einige hatten nur Unterwäsche oder Badesachen an, andere hautfarbene Anzüge. Lack und Leder sowie orientalische beidgeschlechtliche Bauchtanzerotik gab es ebenfalls.
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MONTAG
Am Samstag Abend haben wir mal durchgezählt, wer alles am Montag spielen wird.
Heraus kam, dass 5 Frauen(davon 3 nur bedingt einsatzfähig) und ich auf der Linie stehen können. Daraufhin hat sich Nico direkt zum spielen angeboten.
Das Spielen hätte also, rein Regeltechnisch (mit 2 Männern)funktioniert. Girish von den Peixets,einem anderen Team aus Barcelona, wollte eigentlich am Sonntag nur zuschauen. Er wurde dann aber von uns überredet noch zu bleiben und uns am nächsten Tag zu helfen. Zwischendurch erzählte er von einem Unterhosenproblem, aber das hat sich zwischenzeitlich wohl erledigt. 3 Männer...toll!
Nico hat in beiden Spielen des Tages durchgespielt...Girish wollte nur auf die Linie wenn wir wirklich 3 stellen mussten. Das bedeutete für mich durchspielen mit ganz wenigen kurzen Unterbrechungen.

Bravas 4 - 8 Revolution Air
Die Franzosen müssen noch öfter als wir auf dem tollen Feld 1 gespielt, oder einfach durch den einen Mann mehr immense Vorteile gehabt haben. Ein deutlich verlorenes Spiel.
Ehrlich gesagt kann ich mich bei diesem Spiel nur noch an den boeigen Wind erinnern. Die Revoluzzer kamen damit einfach besser zurecht. Das Spiel im Kreis haben die RevolutionAirs an das Thema der Party angelehnt. Ein großer Würfel kam zum Vorschein, auf dem verschiedenste Tantra-Stellungen gezeigt wurden. 2 Paare aus den unterschiedlichen Teams traten gegeneinander an und mussten das erwürfelte Bild so schnell wie möglich nachstellen.



Das letzte Spiel
Bravas 7 - 6 Disctèrics
war sehr intensiv. Die Ausrichter hatten immer ein paar schnelle Renner und einen sicheren Handler auf der Linie. Der Wind blies nun nicht mehr in Boen sondern ständig und wirklich kräftig. Ich bin der Meinung, dass uns die Defense-davor-Taktik gerettet hat. Mit dieser Taktik haben wir den langen Wurf zugelassen und uns klar zwischen Scheibe und Gegenspieler positioniert. Zu Beginn traute ich dem ganzen nicht so richtig, wodurch 2-3 Punkte und somit auch die Führung über meine Gegenspieler liefen. Als Nico uns nochmal ins Gewissen geredet hat, dass wir uns nur um die kurzen Pässe kümmern sollen lief es viel besser. Unsere Defense war enger dran und Disctèrics verwarf viel.
An den vorletzten Punkt kann ich mich noch genau erinnern, da dieser mit Turnovern gespickt, lang und in der folge sauanstrengend war.
Wir sind in der Offense kurz vor der Endzone, bekommen aber keinen finalen Wurf hin. Nico nimmt ein Timeout,wir besprechen den kommenden einfachen Spielzug

hier nachzuvollziehen
und er funktioniert einfach nur perfekt.
Der letzte Punkt ist dann nur durch einen Disctèrics-Turnover unterbrochen.
Krasses Spiel!

Ein kleiner Unterschied zu Deutschen Turnieren ist, dass hier die meisten Teams bei der Abschlusszeremonie zugegen sind. Somit konnten ca.200 Menschen einem 10-jährigen Jungen dabei zuhören wie er "we are a family" sang. Singen konnte der, aber irgendwie hat er die Schlusskurve nie bekommen und ist immer wieder zum Refrain abgebogen. Irgendwann haben wir ihn von der Bühne geklatscht und sind nach Hause gefahren.
Elli war bei mir die Fahrerin, Eva und ich Beifahrer, Mark der Unterhalter.
Der Typ hat es einfach drauf Geschichten zu erzählen...ist auch sein Beruf:)
Citizenreporter

Seine Odyssee auf der Suche nach Pornoheftchen hat er leider nicht veröffentlicht. Es ist eine Schande, da diese von ihm erzählten Erlebnisse äußerst witzig waren.

Also: Nächstes Jahr werde ich versuchen wieder dabei zu sein, fettes Turnier!




PS: Irgendwann hab ich Parker (dem 20-jährigen Ami mit 7 Jahren Ultimate-Erfahrung)mal meine Kamera gegeben...als ich daheim ankomme finde ich folgendes Bild auf der Kamera.

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